Vor ein paar Monaten war ich Gast beim Christian’ Knudsen Seminar in Dachau. Dort stellte er seinen neuen Effekt engel vor. In welchen es geht, dass eine frei genannte Karte nicht im Kartenspiel enthalten ist. Der Effekt war nicht so stark, was aber an mir lag. Nach dem Seminar hatte ich noch Gelegenheit mich mit Christian zu unterhalten und wir kamen auf engel zu sprechen. Er sagte mir, das ich ihn einfach mal vor Laien vorführen solle und recht hatte er. Er schlug ein.
Im Gespräch reifte in mir der Gedanke an Engelskarten und was man für einen Effekt damit machen könnte. Dies lies mich nicht mehr los und auf der Heimfahrt kam mit der Gedanke an Jumbo Coincidence (Video) von Aldo Colombini. Ein Karteneffekt, welcher leider sehr selten vorgeführt wird, obwohl er stark ist.
Mhh, das könnte funktionieren. Statt geteilte Jumbo Karten, geteilte Engelskarten. Warum Engelskarten und nicht Meister- oder Tarotkarten? Mit Meisterkarten können sehr wenige was anfangen und Tarotkarten sind nicht mehr so aussergewöhnlich.
Version 1 von “Engelsgleich”
Doch die Suche nach den richtigen Engelskarten sollte nicht so einfach sein. Meistens haben die Karten in der unteren Hälfe fast nur Text, was die Zusammengehörigkeit für den Laien bei geteilten Karten gar nicht erkennen lässt. Endlich fand ich die passenden Karten. “Das Heil-Orakel der Engel” vom Allegria Verlag war es. Diese haben unten nur ein Wort für den Engel an sich, wie Musik, Kinder, Intention, Freiheit, etc.. Sowie einen durchgehenden farbigen Rand, welcher bei den Karten unterschiedlich ist. Flugs die Karten in der Mitte horizontal geteilt und vors eigene Testpublikum getreten.
Hier zeigten sich schon die ersten saftigen Hürden. Wie Ihr auf dem Foto ersehen könnt, ist es äussert schwierig die Kartenhälften zu zuordnen. Da der Laie keine Vertrautheit mit den Engelskarten hat, wie mit den normalen amerikanischen Karten, benötigt er einfach zu lange um zu visualisieren, das beide Hälften zusammen gehören. Dies bremst den Ablauf enorm und nimmt komplett den Schwung raus. Damit ist das Crescendo am Schluss weg. Tja, was tun?
Version 2 von “Engelsgleich”
Wie es sich für ein Testpublikum gehört, gab es reichlich Rückmeldungen. Denn dieses besteht aus Zauberern und Laien zugleich, was klasse ist, das man hier beide Seiten hört. Ein Vorschlag war es mit zwei Sets gleicher Karten zu arbeiten und die Halbierung zu sparen. Sprach’s und schon holte ich ein zweites Set. Beim Kauf bemerkte ich nicht, das dieses Set nicht von Allegria Verlag war, sondern von Heyne. Erst beim Vergleich fiel mir auf, das Heyne einen andere Schrift für die Karten verwendete. Zuerst ärgerte ich mich aber schon bald kam mir der Gedanke dies in die Geschichte einfliessen zu lassen, ala ein neueres und ein älteres Deck.
Wieder vors Testpublikum getreten und schon war der Effekt klar und deutlich nachzuvollziehen für den Laien.
Was nun? Bei jeder Vorführung kommt ein Detail mehr dazu und ein Schwachpunkt weg.
Wie es zu der Geschichte kommt, welche ich dazu erzähle, dazu schreibe ich später einen Artikel hier im Blog. Den diese ist bis jetzt noch nicht so, wie ich sie gerne hätte. Denn hier soll auch die Geschichte mit eine tragende Rolle spielen und nicht nur der Klimax.
Euer
Markus Rath
PS. Vielen Dank an Christian Knudsen, Rachel und Aldo Colombini. Sowie an Manipulix, welcher mir den tollen Jumbo Coincidence zeigte. Sowie an alle welche mir Rückmeldungen gaben.